Es gibt unterschiedliche Sichtweisen. Wir forschen gemeinsam.

Forschungs- und Nachwuchskollegien

Diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften

Unter den vielfältigen Tätigkeiten, die Lehrerinnen und Lehrer täglich ausführen, wird den diagnostischen Aktivitäten, d. h. jedweder Form der Gewinnung von Informationen über den Lernstand oder Lernprozess zur Vorbereitung pädagogischer Entscheidungen, eine Schlüsselfunktion zugesprochen. Die Gesamtheit von Wissen, Können, Motivationen und Überzeugungen von Lehrkräften, welche sie hierzu befähigen, werden unter dem Begriff der diagnostischen Kompetenz zusammengefasst. Der großen Bedeutung dieser Facette professioneller Kompetenz steht ein unbefriedigender Forschungsstand gegenüber, der durch eine Reihe von bislang wenig miteinander verbundenen Forschungstraditionen gekennzeichnet ist.

Das Forschungs- und Nachwuchskolleg DiaKom geht in die zweite Phase - bitte beachten Sie die Stellenausschreibungen für das neue Kolleg ab August 2020, Bewerbungsschluss ist der 18. November 2019

DiaKom 2: Diagnostische Urteilsprozesse als Informationsverarbeitung und die Bedeutung von Personen- und Situationsmerkmalen

Das Forschungs- und Nachwuchskolleg zielt darauf ab, in zwölf Teilprojekten Erklärungswissen für die Entstehung diagnostischer Urteile in typischen Diagnosesituationen und zu relevanten Diagnosegegenständen in verschiedenen Unterrichtsfächern zu generieren. Aus Sicht der Forschung liefert es einen Beitrag dazu, diagnostische Urteile verstärkt auf der Basis kognitiver Modellierungen zu beschreiben. Aus Sicht der Praxis bieten die angestrebten Erkenntnisse die Basis dafür, wirksame Designs für die Förderung diagnostischer Kompetenzen im Rahmen von Ausbildung zu entwickeln. Die Teilprojekte beginnen im August 2020. Acht Teilprojekte werden an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und vier Teilprojekte an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg durchgeführt.

Zu den Teilprojekten Diakom 2

DiaKom 1: Einflüsse, Struktur und Förderung

Das Forschungs- und Nachwuchskolleg widmet sich der Aufklärung von Einflüssen, Strukturen und Fördermöglichkeiten diagnostischer Kompetenz. Einen systematischen Zugriff auf die vielfältigen Aspekte dieses Konstruktbündels liefert dabei die Unterscheidung von diagnostischen Dispositionen (Wissen, Motivation), Prozessen des diagnostischen Denkens (Wahrnehmen, Interpretieren, Handeln) und der Performanz diagnostischen Handelns.
Zwölf Teilprojekte kombinieren dabei rezente Forschungsansätze und nutzen Verfahren der Kompetenzmodellierung, der Erfassung von Urteilsgenauigkeit und der experimentell kontrollierten Variation von relevanten Einflussvariablen auf Seiten der Lehrperson. Insbesondere durch die Kooperationen zwischen Psychologie, Erziehungswissenschaft und Fachdidaktiken soll die Befundlage erweitert und das theoretische Verständnis diagnostischer Kompetenz verbessert und systematisiert werden.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert an den Pädagogischen Hochschulen Freiburg und Heidelberg das Forschungs- und Nachwuchskolleg. Im Rahmen von DiaKom 1 arbeiten seit August 2017 eine Juniorprofessur und zwölf Abordnungen von Lehrpersonen aus Baden-Württemberg, die an Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real-, Gemeinschaftsschulen oder an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) unterrichten, mit dem Ziel der Promotion oder Habilitation.

Zu den Teilprojekten Diakom 1